12. Literaturherbst Heidelberg: WINTER-WEIHNACHTSSPECIAL - Live-Hörspiel. Ein literarisch-musikalischer Romantik-Abend
- 18. Dezember 2026
- ab 20:00 Uhr
- Gloria, Heidelberg
12. Literaturherbst Heidelberg: WINTER-WEIHNACHTSSPECIAL - Live-Hörspiel. Ein literarisch-musikalischer Romantik-Abend mit Begrüßungsgetränk und süßem Weihnachtsgruß
mit Veronika Haas, Matthias Paul, Jutta Wagner, Brigitte Becker (Klavier) und Barbara R. Grabowski (Gesang)
„Die Welt muss romantisiert werden“, bringt Novalis die romantische Lebenskunstlehre auf eine einfache Formel: Denn wer das Gewöhnliche, das Alltägliche nur ein wenig romantisiert, verzaubert, der kann sie halten: die schöne Vorstellung vom kleinen oder auch vom großen Lebensglück. Kaum eine andere Stadt wurde – sommers wie winters – derart romantisiert wie Heidelberg: „Man kann hier bei Eis und Schnee nur an den Zuckerbäcker denken“, schwärmt Brentano, „wie dieses Land auch im Winter gesegnet ist“. Mit der Romantik wurde Heidelberg zum bis heute gefeierten und viel besuchten Sehnsuchtsort, dass sich Wilhelm Müller, der Dichter von Schuberts Winterreise, im ausgebuchten Hotel nur mit einer dunklen Dachkammer zu begnügen hatte. „Man müsste hier leben!“, ruft Victor Hugo begeistert, Eichendorff kürt die Stadt zur Heile-Welt-Oase, „als gäbe es nichts Gemeines auf der Welt“. Die einen schwärmen von Heidelberg, andere beklagen die hohen Preise, schon Lessing verprasste verzweifelt Geld beim Lottospiel. Für Helmina von Chézy ist Heidelberg „ein Zugnest und ein Klatschnest“. In den Restaurants werfen sich Romantiker und Romantik-Gegner gegenseitig grimmige Blicke zu, denn in keiner anderen Stadt wurde der Streit zwischen Klassik und Romantik derart leidenschaftlich ausgefochten wie in Heidelberg. Auch die Anreise oder die Fahrt mit Kutsche und Schlitten durch die Stadt waren oft gefährlich, weshalb Knigge in Heidelberg einen Elchtest für Kutschen erfindet. Im Schlitten wärmt sich Robert Schumann mit reichlich Rum, der ihn zudem darüber hinwegtröstet, dass es für ihn an Weihnachten in Heidelberg nur Stockfisch gab; Goethe beklagt die Missgeschicke, die einem widerfahren können: „Ich hab mir bey der Schlittenfahrt mit der Peitsche höllisch übers Aug gehaun“.
In ihrer Kunst und Weltanschauung verklären die Romantiker alle Widrigkeiten, auch jene, die sich in der Liebe, Ehe, Kindererziehung oder bei Familien- und Weihnachtsfesten einstellen können. Tagebücher, Reisenotizen und Briefe verraten indes, dass selbst die Romantiker oftmals ihre liebe Not mit der Romantisierung ihrer Welt hatten. Ein besonderes Live-Hörspiel, das Heidelberg zur Zeit der Romantik sommers wie winters lebendig macht, mit vielen unbekannten, ernsten wie humorigen Vorfällen und mit Kompositionen u.a. von Bettina von Arnim, Robert und Clara Schumann.
Tickets erhalten Sie im VVK und an der Kinokasse
Eine Kooperation von Literaturherbt Heidelberg und Glroia-Filmkunsttheater
Datum
| 18.12.2026 | 20:00 - 22:00 |
Standort
Gloria
Hauptstraße 146, 69117 Heidelberg