Ausgrabung von Shimokawa
- 74706 Osterburken
Shimokawa macht in vielen seiner Werke das Zusammenspiel von Entstehungsprozess und fertiger Skulptur sichtbar. Seine 16 Tonnen schwere Granitskulptur hier auf dem Skulpturenradweg ist zur Hälfte in der Erde versunken. Anders als ein Findling weist der bearbeitete Stein Spuren menschlicher Gestaltung auf, ohne eine konkrete Form anzunehmen.
Ein nahegelegener Werkzeugstand mit Schaufeln, Spaten und Bürsten lädt Besucher dazu ein, den Stein selbst weiter freizulegen. Dabei geht es nicht um eine wissenschaftliche Ausgrabung, sondern um eine „lustvolle Suche nach dem Verborgenen“. Im Mittelpunkt stehen der Prozess, die Vorstellungskraft und die mögliche Beteiligung des Betrachters, der nicht zwingend selbst aktiv werden muss.
Auch in Gedanken kann er die Ausgrabung fortsetzen und wird so Teil des künstlerischen Prozesses. Dadurch gestaltet er das Werk gedanklich mit. Zugleich wird die traditionelle Nutzung des Steins als Baumaterial aufgegriffen: Statt ihn zu verbauen, legt der Mensch ihn hier Schritt für Schritt frei.
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74706 Osterburken