Boualem Sansal: La légende/ Die Legende. Freie Meditationen eines unbequemen Gefangenen
- 14. Oktober 2026
- ab 19:00 Uhr
- Alte Aula der Universität Heidelberg, HEIDELBERG
Am 16. November 2024 wurde der algerische Schriftsteller und deutsche Friedenspreisträger Boualem Sansal am Flughafen in Algier verhaftet. Das Regime warf ihm vor, die „Existenzberechtigung der algerischen Nation“ sowie der historischen Grenzen in Frage gestellt zu haben. Trotz zahlreicher internationaler Proteste wurde er im März 2025 in Abwesenheit seines Verteidigers zu einer Gefängnisstrafe von 5 Jahren und einer hohen Geldstrafe verurteilt. Infolge der Intervention von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beim algerischen Staatspräsidenten Tebboune wurde Boualem Sansal am 12. November 2025 begnadigt und nach Deutschland ausgeflogen.
In seinem Essay berichtet er, wie er die Inhaftnahme, seine Gefangenschaft in verschiedenen Gefängnissen und die Gerichtsprozesse in Algerien erlebte. Von der Außenwelt weitgehend abgeschnitten, gelangten Informationen über die weltweiten Aktivitäten zu seiner Unterstützung vor allem über Mitgefangene zu ihm. Diese gaben ihm - in der Hoffnung auf ihre eigene Freilassung - den Namen „Die Legende“. Erst später entdeckte Boualem Sansal, inwiefern sein „Fall“ auch außerhalb Algeriens zu einer politisch motivierten Legendenbildung geführt hat.
Boualem Sansal: Die Legende. Freie Meditationen eines unbequemen Gefangenen. Essay, aus dem Französischen von Vincent von Wroblewsky, Merlin Verlag, 2026.
Lesung und Gespräch (fr./dt.) mit dem Autor
Moderation: Regina Keil-Sagawe, Dolmetschen: Gilberte Gebhard, deutsche Stimme: Klaus Knobloch
Eine Kooperation mit dem Romanischen Seminar/ Universität Heidelberg
Datum
| 14.10.2026 | 19:00 - 23:59 |
Veranstaltungsort
Alte Aula der Universität Heidelberg
Grabengasse 1, 69117 HEIDELBERG