Römische Pallisadennachbildung
Für Palisaden verwendete man bevorzugt widerstandsfähiges Holz, vor allem Eiche, aber auch andere verfügbare Hölzer wie Buche, Esche oder Kiefer. Auf dem Marsch trug jeder Legionär nach antiken Berichten (etwa bei Polybios und Vegetius) mehrere Pfähle, die pila muralia, bei sich. Sie waren meist rund 1,5 bis 2 Meter lang und an einem oder beiden Enden angespitzt. Das war Teil der Marschausrüstung, damit man am Abend nicht erst Holz suchen und bearbeiten musste. Bei längerem Aufenthalt oder dem Bau fester Kastelle schlug man zusätzlich Bäume in der Umgebung und bereitete größere Stämme vor.
Am Ende eines Marschtages steckten die Truppen ein Lager nach festem Schema ab. Die Arbeit war genau verteilt: Ein Teil der Soldaten hielt Wache, während die anderen die Befestigung errichteten. Ein erfahrenes Heer konnte ein solches Lager in wenigen Stunden fertigstellen. Gerade diese Routine machte die römischen Truppen so beweglich und schwer zu überraschen.
Neben den temporären Lagern gab es dauerhafte Holzbefestigungen. Frühe Kastelle waren oft vollständig in Holz-Erde-Bauweise errichtet. Dabei setzte man die Pfosten in einen Fundamentgraben, verfüllte und stampfte ihn fest und ergänzte die Anlage durch Wehrgang, Türme und Tore aus Holz