Theaterstück „Die Quellen von Bad Mergentheim"
- 25. - 27. September 2026
- ab 00:00 Uhr
- Kurhaus Bad Mergentheim, Bad Mergentheim
Theater-Zeitreise durch 200 Jahre Kurgeschichte – drei Aufführungen im September 2026
Wenn die Quellen sprechen könnten – sie würden wohl einiges erzählen: von einem Schäfer, der auf einer Tauberwiese ein „spärliches Gerinnsel“ bemerkt, von Rathaus-Sitzungen, die streng geheim sein sollen und dann doch in der Wirtschaft landen, von königlichem Besuch im Kurpark und von der Frage, wie ein Kurort im 21. Jahrhundert zwischen Klangschalen und Content weiterlebt. Genau diese Geschichten bringt die StudioBÜHNE des Kulturvereins Bad Mergentheim gemeinsam mit der Kurverwaltung als eigens entwickeltes Theaterstück auf die Bühne: „Die Quellen von Bad Mergentheim – Eine Reise durch Zeit und Heilkunst“.
Anlass ist ein großes Doppeljubiläum: 200 Jahre Entdeckung der ersten Heilquelle und 100 Jahre Verleihung des Titels „Bad“.
Autorin des Stücks ist Monika Schumann, die seit Jahren in der StudioBühne aktiv ist – als Spielerin, Spielleiterin und Regisseurin. Ihre Theatererfahrung und die Berichterstattung vieler hilfreicher Quellen trugen dazu bei, dass es nun ein ganz eigenes, passgenaues Stück für diesen Anlass gibt.
Entstanden ist eine Inszenierung, die bewusst nicht „alles“ erzählen will, sondern prägnante Szenen verschiedener Epochen aneinanderreiht – mal feierlich, mal komisch, mit Musik und überraschenden Brüchen. „Mich hat fasziniert, wie viel Bad Mergentheim seiner Quellengeschichte verdankt – und wie nah uns manche Fragen bis heute sind: Wer packt an, wer zweifelt, wer profitiert? Wir erzählen keine Chronik, sondern prägnante Szenen – mit Humor, Musik und auch Momenten, die nachhallen“, so Monika Schumann, Autorin und Regisseurin.
Vier Quellen als Erzählerinnen – und als Figuren
Ein besonderer Kniff: Die vier Bad Mergentheimer Heilquellen treten als Figuren auf und führen als kommentierender Chor durch die Zeiten.
Die Wilhelmsquelle, Karlsquelle, Albertquelle und Paulsquelle werden so zu „Zeitzeugen“ – mit Witz, Eigensinn und durchaus modernen Seitenhieben. Schon im Vorspiel steigen sie „aus dem Nebel“ auf die Bühne, stellen sich dem Publikum vor und machen klar: Diese Geschichte gehört nicht nur den Menschen, sondern auch dem Wasser. „Das Stück ist unsere Liebeserklärung an Bad Mergentheim – witzig, musikalisch und mit viel Herz für die Menschen hinter der Kurgeschichte“, sagt Niklas Käfer (Regieassistenz).
Von der Tauberwiese ins Rathaus – und vom „Amtsgeheimnis“ an den Stammtisch
Der erste Akt beginnt dort, wo Kurgeschichte zur Legende wird: am 13. Oktober 1826 entdeckt Schäfer Franz Gehrig auf der Wiese an der Tauber eine Quelle, deren Wasser bitter-salzig schmeckt – und die seine Schafe auffällig gern trinken.
Die Szene kippt von Naturidylle in handfesten Humor, wenn Franz’ Frau Kreszenz das Wasser probiert und spontan urteilt, das schmecke eher nach „Gift“.
Doch die Idee lässt sie nicht los – und so landet ein Krug Quellwasser bald beim Stadtschultheiß, der erst abwinkt („Wasser?“), dann würgt, dann nachfragt – und schließlich die Maschinerie in Gang setzt.
Was folgt, ist eine jener Szenen, die das Publikum vermutlich gern wiedererkennt: „strenge Amtsverschwiegenheit“, eilige Briefe an die Räte – und ein Amtsbote, der auf dem Weg prompt in der Wirtschaft hängen bleibt.
Das Ergebnis: Wenn die Ratsherren zur geheimen Sitzung eintreffen, „pfeifen es die Spatzen bereits von allen Dächern“.
Gleichzeitig zeigt das Stück, dass hinter allem Spaß ein ernstes Thema steckt: die Hoffnung, dass aus einer Entdeckung Gesundheit, Arbeit und Zukunft für die Stadt erwachsen. „Genau diese Mischung aus Historie und Humor macht den Reiz des Stücks aus. Ich wünsche mir, dass man nach dem Abend nicht nur schmunzelt, sondern auch stolz auf diese Stadt ist“, so die Autorin.
Die Geburtsstunde der Kurstadt – und ein Blick auf ihre Schattenseiten
Die Handlung bleibt nicht bei Anekdoten stehen. Es geht um Gutachten, Badekultur und die ersten Schritte zum geregelten Kurbetrieb. Wenn im Stück der Stadtschultheiß euphorisch vom „Grundstein zu einem großen Heilbad“ spricht, wird sichtbar, wie in Bad Mergentheim aus Idee und „bitterem Wasser“ ein Wirtschafts- und Gesundheitsstandort wird.
Später taucht die Badeordnung auf, inklusive skurriler Benimm- und Disziplinregeln – und damit ein weiterer Blick in die Mentalität einer Zeit, in der Heilkunst und Moral ganz eng beieinanderlagen.
Und: Die Inszenierung erlaubt sich auch Brüche. So fällt etwa der Satz, dass der „Entdecker“ Franz Gehrig am Ende arm und verbittert stirbt – Ironie des Schicksals in einem Stück über „Bitterwässer“.
Genau diese Kontraste machen den Abend mehr als nur eine hübsche Jubiläumsschau: Es geht auch um Anerkennung, Teilhabe – und darum, wer am Ende von großen Entwicklungen profitiert.
Königlicher Glanz, „Bad“-Prädikat – und schließlich die Gegenwart
Im weiteren Verlauf springt das Stück in große Stationen der Kurgeschichte: zur feierlichen Einweihung der Wilhelmsquelle im Jahr 1907, bei der König Wilhelm II. mit Gattin anreist und die Quelle seinen Namen erhält.
Später wird auch das Prädikat „Bad“ thematisiert – als Moment, in dem aus dem Städtchen offiziell die Kurstadt wird.
Schließlich schlägt die Inszenierung den Bogen in die Jetztzeit: Ein Akt trägt den Titel „Zwischen Klangschalen und Content“ – ein augenzwinkernder Kommentar dazu, wie sich Gesundheitsangebote, Zeitgeist und Vermarktung verändern.
Große Besetzung, viele Rollen, viel Bewegung
Hinter den Kulissen läuft das Projekt bereits seit längerer Zeit: Nach Vorbereitung und Textarbeit wurde ein Casting veranstaltet, bei dem sich auch Laien und Neuinteressierte melden konnten. Das Ensemble ist groß, es gibt Rollenwechsel und Massenszenen.
Unterstützt wird die Produktion von der Kurverwaltung, die das Projekt mit angestoßen hat.
In der Regie liegt die Hauptleitung bei Monika Schumann; unterstützt wird sie von Antonia Neumann, Sabine Korb und Niklas Käfer.
Aufführungstermine
Das Theaterstück wird im Kurhaus-Großer Kursaal dreimal aufgeführt:
Premiere: Fr, 25. September 2026 19:30 Uhr
2. Vorstellung: Sa, 26. September 2026 19:30 Uhr
3. Vorstellung: So, 27. September 2026 16:00 Uhr
Datum
| 25.09.2026 | 00:00 - 23:59 |
| 27.09.2026 | 00:00 - 23:59 |
Standort
Kurhaus Bad Mergentheim
Lothar-Daiker-Straße 2, 97980 Bad Mergentheim
Veranstalter
Kurverwaltung Bad Mergentheim
+49 7931 9650
info@kur-badmergentheim.de
Lothar-Daiker-Straße 4, 97980 Bad Mergentheim
Informationen zum Event
Allgemeine Informationen
Merkmale
- Wetterunabhängig
- Rollstuhlgerecht
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