Manches erschließt sich unterwegs, anderes hilft schon davor. Hier findest du nützliche Reiseinformationen, Downloads und aktuelle Hinweise rund um dieses Thema. Übersichtlich gesammelt für alle, die gern vorbereitet sind – oder einfach wissen wollen, was es noch gibt.
Weingeschichte und -betriebe Im Lieblichen Taubertal
Die Weingeschichte des Taubertals reicht viele Jahrhunderte zurück. Klöster, Adelshöfe und bäuerliche Betriebe haben den Weinbau entlang der Tauber früh geprägt und über Generationen weitergetragen. Sorten wie der Tauberschwarz erzählen von dieser langen Linie: einst weit verbreitet, später beinahe verschwunden, heute bewusst wiederbelebt. In den Betrieben des Taubertals wird dieses Erbe nicht konserviert, sondern fortgeschrieben. Handwerk, Erfahrung und ein feines Gespür für Landschaft prägen die Arbeit im Weinberg und im Keller. Wer hier einkehrt, begegnet nicht nur einem Wein, sondern einer Geschichte – bodenständig, offen und tief in der Region verwurzelt.
An der Tauber treffen sich drei Weinbaugebiete, zwei Weinbauzonen und zwei Bundesländer. Im südlichen Taubertal zählt die Rebfläche zu Bayern und zum Anbaugebiet Franken, Bereich Maindreieck. Zwischen Weikersheim, Niederstetten und Bad Mergentheim liegt das Weinanbaugebiet Württemberg, Bereich Kocher-Jagst-Tauber. Das mittlere Taubertal von Lauda-Königshofen, Ortsteil Unterbalbach bis zur Mündung der Tauber in den Main bei Wertheim gehört zum Weinbaugebiet Baden, Bereich Tauberfranken. Auf der gegenüberliegenden Mainseite mit dem Weinort Kreuzwertheim befindet man sich wieder in Bayern und somit im Anbaugebiet Franken, Bereich Mainviereck. Baden und damit auch der Bereich Tauberfranken ist das einzige deutsche Weinbaugebiet, welches in die europäische Weinbauzone B eingeordnet ist. In den Anbaugebieten Frankens (Maindreieck und -viereck) sowie im Bereich Tauberfranken gilt die Besonderheit, dass Qualitäts- und Prädikatsweine in den weltbekannten Bocksbeutel abgefüllt werden dürfen.
Im Taubertal werden rund 1100 Hektar Anbaufläche durch die Winzer und Weingärtner bewirtschaftet. Etwa 65 % sind mit Weißweinsorten und 35 % mit Rotweinsorten bestockt. Leitsorte bei den Weißweinen sind der Müller-Thurgau und der Silvaner. Angebaut werden aber auch die Kernerrebe, Bacchus, Burgundervariationen, Auxerrois, Riesling, Ruländer, Scheurebe, Traminer und Gewürztraminer. Bei den Rotweinen übernahm der Schwarzriesling die bestimmende Rolle. Hinzu kommen der Blaue Spätburgunder, Dornfelder, Regent, der Acolon und als Alleinstellungsmerkmal die autochthone Sorte Tauberschwarz.
Über einige Jahrhunderte hatte der Tauberschwarz keine Beachtung mehr gefunden und galt beinahe als "ausgestorben". Seit den 1980er Jahren erlebt er eine beachtliche Renaissance und wird heute ausschließlich an der Tauber auf gerade mal 15 Hektar Fläche angebaut. Damit ist er eine veritable Rarität.
Neben Rot- und Weißweinen werden auch Weißherbst und Rosé abgefüllt. Eine schöne Ergänzung der Weine im Taubertal sind der Schillerwein und der Rotling, die aus roten und weißen Trauben gewonnen werden.
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FAQ's Häufig gestellte Fragen
Wie hat sich der Weinbau im Lieblichen Taubertal entwickelt?
Der Weinbau im Taubertal reicht viele Jahrhunderte zurück. Klöster, Adel und bäuerliche Betriebe prägten früh die Hänge entlang der Tauber. Über Generationen entstand eine Kulturlandschaft, in der Weinbau nicht auf Expansion, sondern auf Beständigkeit und Anpassung setzte.
Welche Rolle spielen kleine Weinbetriebe im Taubertal?
Das Weinland Taubertal ist geprägt von kleinen, oft familiengeführten Betrieben. Sie arbeiten überschaubar, kennen ihre Lagen genau und pflegen eine enge Verbindung zwischen Weinberg, Keller und Region. Wein entsteht hier aus Nähe – nicht aus Masse. Viele kleine Betriebe liefern ihre Ernte an die drei großen Winzergenossenschaften.
Welche Rebsorten spiegeln die Geschichte des Taubertals wider?
Besonders prägend ist der Tauberschwarz, eine regionale Spezialität mit langer Tradition. Ergänzt wird er durch klassische Rebsorten wie Silvaner, Müller-Thurgau, Riesling und Burgunder. Viele dieser Sorten spiegeln Böden, Klima und historische Nutzung wider.
Wie prägt die Landschaft die Arbeit der Weinbetriebe?
Die Weinberge liegen meist an sanften Hängen entlang der Tauber. Bodenstruktur, Exposition und Flussnähe bestimmen den Charakter der Weine. Die Betriebe arbeiten im Rhythmus der Landschaft – mit Respekt vor dem gewachsenen Raum.
Wie lassen sich Weinbetriebe im Taubertal erleben?
Viele Betriebe öffnen ihre Türen für Gespräche, Verkostungen oder Hoffeste. Mancher hat auch eine Vinothek. Begegnungen sind oft persönlich und ungezwungen. Wer unterwegs ist, trifft Winzerinnen und Winzer nicht als Gastgeberrolle, sondern als Teil des Alltags.
Welche Bedeutung hat Nachhaltigkeit im Taubertäler Weinbau?
Nachhaltigkeit ist weniger Schlagwort als Praxis. Kurze Wege, überschaubare Flächen und generationsübergreifendes Denken prägen die Arbeit vieler Betriebe. Der Erhalt der Kulturlandschaft steht dabei gleichberechtigt neben der Weinqualität.
Wie ordnen sich Geschichte und Betriebe in die Destination Im Süden ganz oben ein?
Das Weinland Taubertal steht exemplarisch für den nördlichen Teil Baden-Württembergs: traditionsbewusst, handwerklich geprägt und landschaftsnah. Geschichte und Betriebe ergänzen die Dachmarke um eine Weinregion, die Herkunft sichtbar macht, ohne sie zu inszenieren.