Vier Linden
- Kreisstraße 2617, 74405 Gaildorf
Naturdenkmal
Unmittelbar an der Kreisstraße 2617 zwischen Ottendorf und Eutendorf stehen die Vier Linden. Die imposanten Bäume mit dem danebenstehenden, verwitterten Steinkreuz werden als Naturdenkmal geschützt.
Sühnekreuz
Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Steinkreuz 1531. Wahrscheinlich stammt es aber bereits aus dem 15. Jahrhundert. Diese Kreuze wurden aus verschiedenen Gründen aufgestellt. Die häufigsten waren als Gedenksteine nach Unfällen oder als Sühnekreuze bei Tötungsdelikten.
Sühnekreuze standen meist an Wegen und Wegkreuzungen. Die Vorübergehenden sollten Fürbittgebete für den Getöteten sprechen, da dieser ohne Sterbesakramente gestorben war.
Mord und Totschlag
Der Überlieferung nach sollen sich an der Stelle des Eutendorfer Sühnekreuzes zwei Handwerksgesellen um ein Brot gestritten haben. Der Streit endete mit einem gegenseitigen Totschlag. Nach einer anderen Überlieferung fand an dieser Stelle ein Duell zwischen zwei Edelleuten statt.
Da die Männer durch diese Gewaltverbrechen abrupt und ohne die notwendigen Sterbesakramente ums Leben kamen, galten ihre Seelen im Mittelalter als „gebunden“. Bis heute weiß der Volksmund daher zu berichten, dass man an den Linden nachts unheimlichen Erscheinungen begegnen kann.
Lindengeist und geisterhafte Hasen
Der Lindengeist ist ein formloses, seufzendes oder flüsterndes Wesen direkt in den Baumkronen. Als ruhelose, an den Tatort gefesselte Seele spricht er in windigen Nächten durch das unheimliche Rascheln und Ächzen der Linden zu den Vorübergehenden.
Die geisterhaften Hasen hoppeln, wie Wanderer zu berichten wissen, in der Dämmerung völlig lautlos im Kreis um das Sühnekreuz und die Bäume. Nähert man sich ihnen, verschwinden sie urplötzlich im Nichts, sobald sie die Grenze des Lindenschattens erreichen. Sie sind, wie der Lindengeist, an den Ort gebundene Seelen, die davor warnen, den unheiligen Boden der Mordstätte nachts zu betreten.
Öffnungszeiten
Immer geöffnet
Adresse
Kreisstraße 2617, 74405 Gaildorf